
Urchige Stubätä mit viel Toni-Bürgler-Musik im „Nühus“ ob Illgau
Details
Text: Guido Bürgler / Bild: zVg
Der Name täuscht, denn das „Nühus“ oberhalb Illgau ist kein neues, sondern ein sehr altes Bauernhaus, erbaut im Jahr 1769. Dort kam am 14. November 1935 Toni Bürgler zur Welt. Niemand ahnte damals, dass das Büblein dereinst ein bekannter Ländlermusikant und Komponist werden würde. 65 Kompositionen tragen den Namen von Toni Bürgler – vielen bekannt als „Nühus-Toni“. Seine Tänze sind sehr lüpfig und tänzig, man denke zum Beispiel an „Gyrs Wunsch“ oder „Illgauer-Sännächilbi“. Toni verstarb 2022. Er war Mitglied des legendären Trio Bürgler und gilt als Begründer des Illgauer-Stils, der mittlerweile in der ganzen Deutschschweiz bekannt und beliebt ist.
Nun fand genau 90 Jahre nach Toni-Bürglers Geburt im Nühus eine inoffizielle Stubätä statt. In dieser ganz speziellen Atmosphäre dieser alten niederen Stube, wo es noch „Vorfenster“ hat. Die Idee dazu hatte Eliane Schürpf-Bürgler, die „Huserenberg“-Wirtin in Rickenbach. Sie ist eine Grossnichte von Nühus-Toni und ebenfalls im Nühus aufgewachsen. Sie hört sehr gerne Ländlermusik, spielt selber Handorgel und engagiert jeweils über den Winter zweimal pro Monat (mittwochs) eine Ländlerkapelle im Huserenberg. Der Einladung von Eliane folgten 30 Musikantinnen und Musikanten, die bekannt sind, dass sie oft und gerne Toni-Bürgler-Kompositionen zum Besten geben. Durch den wunderschönen, unvergesslichen Abend führte Röbi Kessler, ein Schwiegersohn von Toni Bürgler. Einen speziellen Willkommgruss richtete er an Toni Bürglers Frau Margrit.
Die Stubätä eröffneten jene drei Formationen, in denen Toni Bürgler noch selber mitgewirkt hatte. Namentlich sind dies die Kapelle Illgauergruess, die Formation Gebrüder Müller (in etwas abgeänderter Besetzung) sowie die Huusmusig Bürgler, die auch das von Toni Bürgler erfundene Flaschenklavier wunderschön zum Besten gab. Röbi Kessler würzte seine Ansagen mit interessanten und amüsanten Anekdoten aus dem Leben von Toni Bürgler, der mit seiner Familie in Ibach lebte, und der es gerne lustig und gemütlich hatte. Zum Abschluss der Stubätä wurden in einer Grossformation mehrere Toni-Bürgler-Kompositionen wunderschön interpretiert, so zum Beispiel der Glückwunsch-Marsch oder „Zenis Freud“. Eliane Schürpf zeigte sich nach dem Anlass hocherfreut: „In dieser ehrwürdigen, alten Stube, die seit Tonis Geburt unverändert erhalten geblieben ist, wurde mit grosser Leidenschaft musiziert. Alles in frohem Gedenken an ‚Nühus-Toni‘, dessen Musik immer wieder von Neuem die Herzen berührt.“
Bildlegende
Die von Toni Bürgler 1970 mitgegründete Kapelle Illgauergruess anlässlich der Nühus-Toni-Stubätä. Von links: Toni Bürgler jun., Walter Rickenbacher, Sebi Heinzer und Christian Rickenbacher. Bild: zVg